Sicherer Umgang mit ChatGPT & Co.: Diese Daten gehören niemals in den Chat

Sicherer Umgang mit ChatGPT & Co.: Diese Daten gehören niemals in den Chat

Ob für die Arbeit, das Studium oder die Urlaubsplanung – KI-Tools wie ChatGPT, Claude oder Gemini sind mittlerweile unsere täglichen Begleiter. Sie schreiben E-Mails, fassen lange Texte zusammen und lösen komplexe Probleme.

Doch bei aller Begeisterung vergessen wir oft: Das Internet vergisst nicht – und eine KI erst recht nicht. Jede Eingabe (Prompt), die du tätigst, kann theoretisch dazu verwendet werden, das Modell weiter zu trainieren oder von menschlichen Testern eingesehen zu werden.

Hier ist dein Guide, welche Daten du für dich behalten solltest, um deine Privatsphäre und deinen Job zu schützen.


Warum ist Vorsicht geboten?

Wenn du eine Nachricht an eine KI sendest, landet diese auf den Servern der Anbieter (wie OpenAI, Google oder Anthropic). In der Standard-Einstellung werden diese Daten gespeichert, um:

  1. Die KI zu trainieren: Dein Text hilft der KI, in Zukunft bessere Antworten zu geben.
  2. Qualitätskontrolle: Mitarbeiter des Anbieters können stichprobenartig Chats lesen, um Fehler zu korrigieren.

Die "Rote Liste": Was du niemals eingeben solltest

1. Personenbezogene Daten (PII)

Gib niemals Informationen preis, die dich oder andere identifizierbar machen. Dazu gehören:

  • Vollständiger Name, Privatadresse oder Telefonnummer.
  • Geburtsdaten oder Ausweisnummern.
  • Private E-Mail-Adressen.

2. Betriebsgeheimnisse und Interna

Ein Klassiker (und Albtraum für IT-Abteilungen): Der Upload von firmeninternen Dokumenten.

  • Strategiepapiere: "Fasse unsere Expansionspläne für 2027 zusammen."
  • Finanzberichte: Quartalszahlen, die noch nicht veröffentlicht sind.
  • Quellcode: Das Kopieren von proprietärem Code in die KI kann dazu führen, dass dieser in den Trainingsdaten landet und (theoretisch) bei anderen Nutzern als Vorschlag auftaucht.

3. Zugangsdaten und Passwörter

Das klingt logisch, passiert aber im Eifer des Gefechts oft:

  • Kopiere niemals Skripte, die API-Keys, Passwörter oder Datenbank-Logins enthalten, in den Chat, um sie zu debuggen.

4. Gesundheitsdaten und Intimes

Die KI ist kein Arzt mit Schweigepflicht.

  • Vermeide es, medizinische Befunde, Diagnosen oder sehr private psychologische Profile einzugeben. Diese Daten sind hochsensibel und sollten in keinem Cloud-basierten Lerntool landen.

5. Client- oder Kundendaten

Wenn du im Auftrag für Kunden arbeitest, ist die Eingabe deren Daten oft ein direkter Verstoß gegen die DSGVO (Datenschutz-Grundverordnung) oder Geheimhaltungsverträge (NDA).


So nutzt du KI sicher (Best Practices)

Du musst nicht auf die KI verzichten, du musst sie nur smart nutzen:

  • Anonymisieren: Ersetze Namen durch Platzhalter (z. B. "Person A" oder "Firma X").
  • Datenschutz-Modus nutzen: Bei ChatGPT kannst du beispielsweise unter Einstellungen > Datenkontrolle das "Training für alle verbessern" deaktivieren. Dann werden deine Chats nicht zum Lernen genutzt.
  • Enterprise-Versionen: Wenn dein Unternehmen eine Business-Version nutzt, sind die Daten in der Regel vertraglich besser geschützt und werden nicht für das Training verwendet.
  • Keine Anhänge blind hochladen: Prüfe PDFs oder Excel-Tabellen vor dem Upload auf sensible Reiter oder versteckte Metadaten.

Fazit: Erst denken, dann prompten

KI-Tools sind fantastische Werkzeuge, solange man sie als öffentliche Assistenten betrachtet und nicht als privates Tagebuch. Behandle das Chat-Fenster wie eine Postkarte: Schreib nur das hinein, was auch ein Fremder theoretisch lesen dürfte.

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